SIANKA® Branchengespräch 2017 mit Ludger von Schoenebeck

SIANKA® Branchengespräch 2017 mit Ludger von Schoenebeck

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u201eRKI-Richtlinien haben keinen Empfehlungscharakter mehr, sie sind verpflichtendu201c

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Einmal im Jahr trifft sich Christian Schmidt, Markeninhaber von nSIANKAu00ae Bettwaren & Hygieneprodukte und Geschu00e4ftsfu00fchrer der S&Z nVerpackung GmbH, zum Gespru00e4ch mit einem Spezialisten der Branche. In ndiesem Jahr ist Ludger von Schoenebeck der Einladung ins nmu00fcnsterlu00e4ndische Oelde gefolgt. Als Geschu00e4ftsfu00fchrer der Gu00fctegemeinschaftn sachgemu00e4u00dfe Wu00e4schepflege e. V. ist er seit 23 Jahren rund um den Globus nunterwegs, um u00fcber das RAL-Gu00fctezeichen aufzuklu00e4ren und Wu00e4schereibetrieben von den Vorteilen des weltweit einzigen Systems zur Qualitu00e4tssicherung nzu u00fcberzeugen. Mit Erfolg: Immer mehr auslu00e4ndische Betriebe lassen sich nmit dem RAL-Gu00fctezeichen zertifizieren. Daher stand das brisante Thema nHygiene im Mittelpunkt des diesju00e4hrigen Branchengespru00e4chs:

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1. Christian Schmidt: Wir freuen uns nsehr, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind. Da die RKI-Richtlinien nnun als verpflichtend gelten, ergeben sich daraus fu00fcr uns einige nFragestellungen. Welche Rolle spielt die Qualitu00e4t der Textilien bei der nUmsetzung der RKI-Richtlinien?

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Ludger v. Schoenebeck: Generell ist es Aufgabe der nTextilpflege, die gebrauchten und verschmutzten Textilien wieder in neinen sauberen hygienischen Zustand zu bringen, ohne sie mehr als nu00f6tig nzu beanspruchen. Da in Einrichtungen des Gesundheitswesens in der Regel ntextile Mietdienste gefordert werden, ist es fu00fcr jeden nWu00e4schereiunternehmer von grou00dfer Bedeutung nur Textilien einzukaufen, dien sich mu00f6glichst schonend und lange im Kreislauf verbleibend aufbereiten nlassen. Hierbei gilt es Produkt- und Prozessqualitu00e4t in Einklang zu nbringen. Daher nutzen auch die modernsten Maschinen nichts, wenn die nTextilien minderwertig sind. Hier sehe ich noch einen gewissen nHandlungsbedarf.

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2. Christian Schmidt: Wie ku00f6nnen Einku00e4ufer fu00fcr mehr Qualitu00e4t sensibilisiert werden?

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Ludger v. Schoenebeck: Den Einku00e4ufern in nEinrichtungen des Gesundheitswesens fehlt bisweilen leider die nFachkompetenz, die Qualitu00e4t von Textilien richtig zu beurteilen. Die nsogenannten Technischen Beschreibungen fu00fcr Krankenhaustextilien, die bein Ausschreibungen als Orientierungshilfe dienen sollten, sind leider netwas in Vergessenheit geraten. Zudem hat sich die Wasch- und nEntwu00e4sserungstechnik in den letzten Jahren weiterentwickelt, so dass dien Hohenstein Institute unter Mitwirkung der Gu00fctegemeinschaft sachgemu00e4u00dfe nWu00e4schepflege e.V. neue Qualitu00e4tsstandards fu00fcr Leasing taugliche nTextilien erarbeitet haben. Die neuen Hohenstein Qualitu00e4tsstandards nstellen zuku00fcnftig eine Alternative dar, da hier die Standardqualitu00e4ten nfu00fcr alle Arten von Leasingwu00e4sche unter Beru00fccksichtigung modernster nMaschinentechnik genau definiert sind. Im u00dcbrigen gilt, dass das RAL nGu00fctezeichen nach RAL-GZ 992 gemu00e4u00df Art. 43 der Richtlinie 2014 / 24 EU nals Ausschreibungsgrundlage nach Europu00e4ischen Richtlinien zugelassen nist.

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3. Christian Schmidt: Wir sehen uns alsn Lu00f6sungspartner der Branche und testen selbst neue Produkte und nMaterialien mit denen sich die RKI-Richtlinien einfacher umsetzen nlassen.

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Ludger v. Schoenebeck: Das begru00fcu00dfen wir sehr. Fu00fcr ndie Gu00fctegemeinschaft ist es wichtig, dass die Hersteller unsere nInteressen unterstu00fctzen. Daher war ich auch sehr erfreut, von einem nTextiler zum Erfahrungsaustausch eingeladen worden zu sein. Die nEntwicklung geht klar in Richtung optimales Produkt, bei dem der Preis, ndie Grou00dfwu00e4schereitauglichkeit und die lange Haltbarkeit ausschlaggebend nsind. Wu00e4schereiunternehmen sind eher technisch orientiert und brauchen nin Sachen Textilqualitu00e4t gute Beratung und Partner. Auch im Auftrag der nGu00fctegemeinschaft forschen die Hohenstein Institute kontinuierlich in denn Bereichen Textilien, Prozess- und Verfahrenstechnik und Hygiene. Einen ngrou00dfen Stellenwert spielt hierbei auch stets die Zusammenarbeit mit den nFu00f6rdermitgliedern der Gu00fctegemeinschaft. Die Vorgaben des nInfektionsschutzgesetzes richten sich jedoch nicht nur an die Kliniken nselbst, sondern auch an ambulante OP-Zentren, Tageskliniken, nDialyseeinrichtungen sowie Arzt- und Zahnarztpraxen die RKI-Richtlinien numzusetzen. In der Vergangenheit jedoch, konnte der Textilservice den nMarkt der Arztpraxen noch nicht abdecken, so dass ich hier angesichts n170.000 Arztpraxen in Deutschland einen interessanten Zukunftsmarkt nsehe. Generell gilt, dass u00c4rztekleidung mindestens tu00e4glich und nach nBedarf gewechselt werden sollte.

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4. Christian Schmidt: Der Faktor Menschn spielt bei der Umsetzung und Einhaltung der RKI-Richtlinien die nentscheidende Rolle. Beim Patientenwechsel darf das Personal nach nAugenkontrolle entscheiden, ob neben der Wu00e4sche auch das Kissen und die nEinziehdecke gewechselt werden. Wie sieht das in der Praxis aus?

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Ludger v. Schoenebeck: Ein kompletter Bettenwechsel nnach jedem Patientenwechsel wu00e4re sicherlich ideal. Zumindest in nBereichen der Intensivmedizin. In Hygieneplu00e4nen ist dieser Wechsel njeweils geregelt, jedoch wird hu00e4ufig insbesondere bei sehr kurzer nVerweildauer des Patienten nach dem Verschmutzungsgrad des Kissens ngeurteilt. Gerade auch zur Vermeidung nosokomialer Infektionen ist es ndaher empfehlenswert einen mu00f6glichst hu00e4ufigen Wu00e4schewechsel ndurchzufu00fchren. Die Wu00e4schedesinfektion sollte stets nach den Grundsu00e4tzen nder RAL-Gu00fctesicherung gemu00e4u00df RAL-GZ 992/2 durchgefu00fchrt werden. Hierzu nwird in der RKI-Richtlinie hingewiesen. Neben der sicheren Desinfektion ngibt es auch sehr innovative und textilschonende Verfahren mit denen es nauch mu00f6glich ist, die u00f6konomischen Risiken fu00fcr die Vertragspartner zu nminimieren und eine lange Textilnutzung sicherzustellen.

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5. Christian Schmidt: Da wir neben nBettwaren und Hygieneprodukten auch Lieferant von Folien und Su00e4cken nsind, werden wir immer wieder von Wu00e4schereibetrieben auf den Umgang mit ninfektiu00f6ser Wu00e4sche angesprochen. Offensichtlich scheinen die nRKI-Richtlinien hier nicht eindeutig formuliert zu sein.

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Ludger v. Schoenebeck: Tatsu00e4chlich ist die nFormulierung hier etwas ungenau. Die RKI-Richtlinien verweisen auf die nUnfallverhu00fctungsvorschriften. Die wiederum besagen, dass die Su00e4cke aus nKunststoff, beispielsweise aus PE, reiu00dffest sowie mindestens 0,08 mm ndick sein mu00fcssen. Die Formulierung erlaubt aber auch den Einsatz von nKunststoffsu00e4cken aus anderen Materialien, sofern diese gleichermau00dfen ngeeignet sind. Wichtig dabei ist, dass diese Su00e4cke die gleiche nReiu00dffestigkeit haben. Ein bestimmter Farbcode wird nicht vorgeschrieben.n Wir empfehlen unseren Mitgliedsbetrieben die Verwendung von gelben nSu00e4cken zur Kennzeichnung von infektiu00f6sem Wu00e4schegut, da sich das in der nPraxis bisher bewu00e4hrt hat. Leider gibt es europaweit keine einheitliche nVorgehensweise bei der Behandlung infektiu00f6ser Wu00e4sche. Es gibt noch viel nzu tun.  

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6. Christian Schmidt: Die nZusammenarbeit der Gu00fctegemeinschaft mit dem Textilforschungszentrum nHohenstein ist zu einer wichtigen Basis bei der Etablierung von nInnovationen und betrieblichen Verbesserungen in der sachgemu00e4u00dfen und nhygienischen Aufbereitung von Textilien fu00fcr das Gesundheitswesen ngeworden. Woran arbeiten Sie aktuell?

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Ludger v. Schoenebeck: Wir haben viele Themenfelder,n in denen die Hohenstein Institute in ihren verschiedenen nFachabteilungen forschen. Gerade das RAL-Gu00fctezeichen steht fu00fcr den Standn der Technik, den es gilt stets weiter zu entwickeln. Gerade fu00fcr das nwachsende Segment der Altenpflegeeinrichtungen ergeben sich neue nHerausforderungen, neue Produkte und Technologien zur Pflege alter nMenschen zu entwickeln.  Hier ku00f6nnen sicherlich noch optimierte nTextilien entwickelt werden. Vorrang hat jedoch die Sicherstellung der nHygienestandards. Vor dem Hintergrund des Auftretens multiresistenter nErreger, MRSA, ESBL, ist es vordringlich auch Bewohnerwu00e4sche ngrundsu00e4tzlich desinfizierend aufzubereiten. Da diese Textilien sich njedoch mit geringeren Temperaturen waschen und schonend trocknen lassen,n stehen mittlerweile Technologien den Wu00e4schereibetrieben zur Verfu00fcgung, ndie diese Qualitu00e4tsanforderungen im gleichen Mau00dfe umsetzen. Mittlerweilen kann die Gu00fctezeichengemeinschaft mit 140 zertifizierten nWu00e4schereibetrieben flu00e4chendeckend nach RAL-GZ 992/4 diese besondere nDienstleistung erbringen, welche auch bei den Ausschreibungen der nVergabestellen gefordert wird.

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